Blick auf das historische Rathaus in Reichelsheim Bingenheimer Str. 33

Umleitung B455 - Aktuelle Situation 

Die Bürgermeisterin Frau Herget hat sich heute wegen der schwierigen Verkehrssituation mit folgendem Anschreiben an HessenMobil gewandt:

Umleitung B455 – Stellungnahme der Bürgermeisterin der Stadt Reichelsheim

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Bürgermeisterin der Stadt Reichelsheim werde ich tagtäglich von Mitbürgerinnen und Mitbürgern aufgrund der Auswirkungen der derzeitigen Umleitung B455 kontaktiert. Es sind nachvollziehbare Beschwerden, die an das Rathaus gerichtet werden. Es sind für mich nachvollziehbare Anregungen, die gemacht werden, die ich gerne umsetzen würde – dies aber aufgrund der fehlenden Zuständigkeit und der Gesetzeslage nicht darf.

Seit der Einrichtung der Umleitung habe ich mir regelmäßig vor Ort ein Bild der Situation gemacht und möchte zuständigkeitshalber meine Beobachtungen sowie die Beobachtungen meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Ihnen teilen und Sie dringend um ein zeitnahes Handeln bitten. 

Beginnen wir mit unserem kleinsten Stadtteil – Heuchelheim. Die Ortsdurchfahrt in Heuchelheim war aufgrund ihrer grundhaften Sanierung über ein Jahr lang gesperrt. Die Anwohnerinnen und Anwohner litten unter dieser Situation immens. Nach nur wenigen Tagen eines normalen Ablaufes leiden die Heuchelheimerinnen und Heuchelheimer nun noch mehr. Viele Verkehrsteilnehmer meiden die offizielle Umleitungsempfehlung und passieren den Ort. Das Ergebnis: erhöhtes Verkehrsaufkommen, massive Blockaden in der Engstelle und das regelmäßige Überfahren der Gehwege. Eine Sicherheitsgefährdung für alle. Ist es möglich im Rahmen der Umleitung eine Lichtsignalanlage (Fußgängerampel) zu installieren? Ist es möglich für die Zeit der Umleitung, die OD für den Schwerlastverkehr zu sperren? 

Kommen wir zu Weckesheim:

Eine untragbare Situation zeigt sich jeden Morgen sowie jeden Nachmittag an der Kreuzung Borngasse/ Weckesheimer Str./Reichelsheimer Str./Dorn-Assenheimer Straße.

Viele Eltern schildern katastrophale Zustände. Die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen, die die Bushaltestelle sowie die Bahnhaltestelle ansteuern, ist massiv gefährdet. Die Grünphasen der Lichtsignalanlage reicht kaum aus, um die Straße zu passieren. Täglich fahren Verkehrsteilnehmer/innen bei Rot. Es kam bereits zu vielen sehr brisanten Situationen. Hier besteht absoluter Handlungsbedarf. Entweder durch eine zusätzliche, gesicherte Querungshilfe oder eine Verlängerung der Grünphase an der bereits vorhandenen Lichtsignalanlage. Auch die Fußgänger/innen, die aus dem alten Ortskern Höhe der Bushaltestelle die Straße passieren müssen, vermissen eine gesicherte Überquerungsmöglichkeit. Zudem spreche ich mich ausdrücklich für eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30km/h in der gesamten Ortsdurchfahrt für die Dauer der Umleitung aus.     

Ich möchte nicht nur auf die besonders schützenswerte Personengruppe der Kinder und Jugendlichen hinweisen, sondern auch auf das in der Dorn-Assenheimer Straße angesiedelte Seniorenzentrum „Menetatis“ mit offenem Café und auf die „Reichelsheimer Werkstätten“ der Behindertenhilfe Wetterau mit ihren zahlreichen Klienten. Auch diese Personengruppen haben unsere vollste Aufmerksamkeit verdient und müssen mit geeigneten Maßnahmen vor Unfällen und Einschränkungen bewahrt werde. 

Die Kreuzung Borngasse/Weckesheimer Str./Reichelsheimer Str. in Weckesheim leidet erheblich unter der Umleitung und wurde bei den verkehrsregelnden Maßnahmen scheinbar nicht berücksichtigt. Auch wenn für die Autofahrer/innen von Reichelsheim Richtung Friedberg eine weitere Ampel ein zusätzliches Hindernis darstellen würde - für die Autofahrer/innen aus Wölfersheim/Melbach wäre dies eine Verbesserung. Es ist nahezu unmöglich morgens und im Feierabendverkehr aus dieser Richtung kommend an der Kreuzung links nach Reichelsheim abzubiegen. Durch den dadurch entstehenden Rückstau kommt man auch nicht mehr nach rechts Richtung Friedberg.

Anwohner/innen aus der Dorn-Assenheimer Straße sowie aus dem Neubaugebiet „Am Heiligen Stein“ berichten, dass sie kaum aus ihren Ausfahrten herauskommen und kaum eine Möglichkeit sehen, links oder rechts an der Kreuzung abzubiegen.

Ebenso angespannt ist die Situation in der Ortsdurchfahrt in Beienheim. Das Verkehrsaufkommen ist enorm, eine Sicherheitsgefahr vor allem in der Weckesheimer Straße wird gesehen. Auch bei dieser Ortsdurchfahrt sprechen wir uns für eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30km/h in der gesamten Ortsdurchfahrt für die Dauer der Umleitung aus. Der Rückstau zieht sich bis zu den Aussiedlerhöfen und in den Kreisel hinein.

Die Ampelregelung an der Kreuzung B455 und L3186 (hinter Dorheim Richtung Beienheim) mit Reduzierung auf eine Fahrspur sorgt im Berufsverkehr für erhebliche Rückstaus, die erst nötig wären, wenn tatsächlich die Kreuzung angepackt wird. Bis dahin könnte die Kreuzung problemlos ausschließlich Richtung Wölfersheim gesperrt werden und Begegnungsverkehr zwischen Beienheim und Friedberg/Dorheim zulassen. Das würde die Einschränkungen und Verzögerungen erheblich reduzieren und auf den Zeitraum der tatsächlichen Notwendigkeit beschränken.

Die Sperrung des Rad- und Fußweges von Beienheim Richtung Dorheim stellt eine erhebliche Einschränkung für die Radfahrer Richtung Friedberg dar. Der Radweg ist jedoch bis Dorheim absolut frei und die Sperrung nicht schlüssig nachvollziehbar - es müsste im Bereich der Querung an der beschriebenen Kreuzung ein Warnhinweis für die Radfahrer und Autofahrer erfolgen, dann könnte der Radverkehr ungehindert fahren.

Die Ampel Bingenheimer Kreuz (L3188/ L3187) hat eine extrem kurze Grünphase von Leidhecken kommend im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr. Außerdem erschließt es sich nicht, warum die Ampel auch nachts geschaltet ist (gilt auch für die Ampel in Reichelsheim, Bingenheimer Straße). Hier könnte man problemlos ab 21 Uhr auf ein Blinken des orangen Lichts umschalten.

Ich verstehe die Notwendigkeit der Straßenbauarbeiten und es ist mir durchaus bewusst, dass dies immer zu Einschränkungen vieler Beteiligten führt.

Was ich als Bürgermeisterin der Stadt Reichelsheim allerdings bis zum Ende der Baumaßnahme (geplant Ende März 2024) nicht akzeptieren kann, ist eine massive Verschlechterung der Verkehrssituation in unserem Stadtgebiet und eine Gefährdung meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger.   

Ich fordere Sie eindringlich auf, aktiv zu werden und mit geeigneten Maßnahmen eine Verbesserung in unserem Stadtgebiet zu erreichen.

Danken möchte ich Ihnen für das bereits genehmigte Halteverbot im Bereich der Bingenheimer Straße – dies wird zu einer besseren Verkehrsführung in der Kernstadt an dieser prominenten Stelle beitragen.

Sehr gerne stehe ich für ein Gespräch und einen Vororttermin zur Verfügung.

Machen Sie sich gerne mit uns gemeinsam ein Bild von der Situation in Reichelsheim.

Mit freundlichen Grüßen

Lena Herget
Bürgermeisterin