Blick auf das historische Rathaus in Reichelsheim Bingenheimer Str. 33

Natur erleben, Heimat entdecken:

Wie wird aus einer Streuobstwiese ein spannender Lernort für Kinder? Die Reichelsheimer Erzieherinnen Viktoria Ritter und Petra Stöppler haben sich intensiv mit dieser Frage beschäftigt und die Fortbildung „Streuobst erleben und vermitteln“ erfolgreich abgeschlossen. Ihre Zertifikate überreichte ihnen Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands FrankfurtRheinMain, der beiden persönlich zu ihrem Erfolg gratulierte.

Der Regionalverband hatte das kostenlose Fortbildungsangebot erstmals für seine Mitgliedskommunen ermöglicht. Der Lehrgang fand am Regionalen Streuobstzentrum MainÄppelHaus auf dem Frankfurter Lohrberg statt und wurde in Kooperation mit der Naturschutzakademie Hessen durchgeführt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Wissen über Streuobstwiesen mit praktischen Naturerlebnissen verbinden lässt. Die Teilnehmenden lernten, Kinder für die Tier- und Pflanzenwelt zu begeistern, ökologische Zusammenhänge verständlich zu vermitteln und eigene pädagogische Projekte zu entwickeln.

„Streuobstwiesen gehören zu unserer Heimat – gerade im Wetteraukreis. Sie prägen unsere Landschaft, stehen für eine lebendige Obstbaukultur und bieten wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Wenn Kinder hier entdecken, staunen und selbst mit anpacken dürfen, entsteht eine Verbindung, die bleibt. So gewinnen wir die nächste Generation für den Erhalt dieser besonderen Kulturlandschaft“, betonte Kötter.

Bürgermeisterin Lena Herget würdigte das Engagement der beiden städtischen Mitarbeiterinnen: „Ich danke Viktoria Ritter und Petra Stöppler herzlich für ihre Bereitschaft, sich fortzubilden und neue Ideen in unsere pädagogische Arbeit einzubringen. Davon profitieren vor allem unsere Kinder. Dem Regionalverband danke ich für dieses kostenlose Fortbildungsangebot, mit dem er die Mitgliedskommunen ganz konkret unterstützt.“

Für Reichelsheim kommt das zusätzliche Fachwissen zur richtigen Zeit: Die Stadt plant eine Wald- und Naturgruppe im Stadtteil Blofeld. Das pädagogische Konzept liegt bereits vor. Mit der erfolgreichen Fortbildung der beiden Erzieherinnen ist nun ein weiterer Baustein für das neue Angebot gelegt.

Als nächster Schritt steht die Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Bauwagen an. Er soll das Herzstück der Naturgruppe bilden und die vorhandene Infrastruktur im Dorfgemeinschaftshaus Blofeld ergänzen. Damit soll ein fester Ausgangspunkt für einen Alltag entstehen, in dem Kinder die Natur im Wechsel der Jahreszeiten unmittelbar erleben können.

„Mit der Wald- und Naturgruppe erweitern wir unser pädagogisches Angebot um eine wertvolle Facette. Kinder können draußen mit allen Sinnen lernen, ihre Umgebung erforschen und erleben, wie sich die Natur im Jahreslauf verändert. Das stärkt ihre Neugier, ihre Selbstständigkeit und ihren verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt. Zugleich schaffen wir für Familien eine zusätzliche Wahlmöglichkeit innerhalb unserer städtischen Kinderbetreuung“, erklärte Herget.