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Der Bergwerksee
Der Bergwerkssee zwischen Dorn Assenheim und Weckesheim, gilt nicht nur als beliebtes Ausflugsziel, sondern inzwischen auch als Naturjuwel. Viele Besucher genießen den Ausblick und finden in der Natur Ruhe. Neben vielen Vogelarten findet man hier auch botanische Besonderheiten. Bürgermeisterin Lena Herget setzt sich zusammen mit dem Verbandsnaturschutz und dem Schäfer für dessen Erhalt ein.
Über einen Rundweg kann man alle Seiten des Bergwerkssees genießen und beobachten. Was noch vor wenigen Jahren eine karge Bergbaugrube war, hat sich inzwischen zu einem Ort der Ruhe entwickelt. Neben Trauungen und Events, kann man hier verweilen und die Natur genießen. Inzwischen haben sich hier auch schützenswerte Seltenheiten der Flora und Fauna eingefunden, welche besondere Aufmerksamkeit brauchen.
Auf der Westseite und Nordseite der Hänge haben sich inzwischen sehr magere Wiesen etabliert. Diese stellen mit ihrem Blütenreichtum ein Paradies für Schmetterlinge, Heuschrecken und Wildbienen dar. Der bisherige Schäfer hatte letztes Jahr seine Landwirtschaft eingestellt. Seit diesem Jahr beweiden nun die Schafe von Familie Guckelsberger aus Dorn Assenheim das Seegelände. Die Schafherde wandert hierbei in eingezäunten Abschnitten mehrmals im Jahr um den See. Dadurch finden sich neben den frisch beweideten Bereichen auch immer blühende Flächen in allen Wachstumsstadien. Ideale Bedingungen für eine sehr reichhaltige Insektenwelt. Dort wo besonders seltene Pflanzenarten wachsen, erfolgt eine Beweidung erst nach der Samenreife.
Leider kam es in den letzten Jahren zu einer „Verbuschung“ der Seeböschungen, dies bedeutet, dass vermehrt Gehölze aufkommen und somit wertvolle Pflanzenarten des mageren Grünlandes verdrängen. Ohne eine Beweidung mit Schafen würden die Seeböschungen sich in wenigen Jahren in einen Wald verwandeln. Die Beweidung erhält also nicht nur den Lebensraum für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten, sondern auch den Erholungswert des Sees für die Menschen.
Dr. Daniel Ruppel kennt die Gegend und die Pflanzenarten sehr gut. Er ist Mitglied der Botanischen Vereinigung für Naturschutz Hessen e.V. (BVNH) und kümmert sich unter anderem um die Vorkommen seltener Pflanzenarten im Wetteraukreis.
Besonderheiten wie zum Beispiel die Behaartfrüchtige Platterbse sind am See zu finden. Nach der roten Liste Hessens ist diese Art selten und lokal gefährdet. In der Region Wetterau sogar stark gefährdet.
Zusammen mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. nahm er Kontakt mit der Stadt Reichelsheim auf. Frau Bürgermeisterin Lena Herget war direkt offen für eine Ortsbesichtigung. Gemeinsam mit dem Schäfer Arnold Guckelsberger wurde sich darauf geeinigt, wie der See gepflegt werden sollte, um die seltenen Arten zu fördern, den Schäfer zu unterstützen und den Besuchern ihren Raum zu geben.
Zur künftigen Pflege gehört auch, dass einige bereits verbuschte Bereiche im Grünland wieder freigestellt werden, um den seltenen Tieren und Pflanzen mehr Platz zu bieten. Im Herbst soll mit ersten kleineren Bereichen begonnen werden.

